Padre Dietmar Kraemer Himno Nacional de Bolivia
 


Herzlich willkommen bei der
kath. Pfarrei Llica "Nuestra Señora de la Asunción" Mariä Himmelfahrt
kath. Pfarrei Tahua "San Juan Bautista"
Johannes der Täufer
Llica/Tahua - Provincia Daniel Campos - Potosí - Bolivia

Dietmar Krämer, Padre in Llica Bolivien Nachrichten von Padre Dietmar Krämer
in Llica Bolivien


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Llica im Juni 2004

Liebe Missionsfreunde!

Diesen Artikel verfasse ich in meinem Arbeitszimmer in 2 dicke Pullover gehüllt und mit einer Pudelmütze auf dem Haupte, denn bei uns ist es Winter. Und Heizung ist in unseren Höhen durchweg unbekannt. Man zieht sich eben warm an und geht früh zu Bette.

Der Tag beginnt im Pfarrhaus derzeit meist mit einem Feuerchen über der ins Haus führenden, zugefrorenen Wasserleitung, damit aus dem Hahn in der Küche dann das erwünschte Kaffeewasser fließt. Das als "Momentaufnahme". Der kälteste Tag im Jahr sei, so die Leute, die Nacht vor dem Fest Johannes des Täufers. In dieser würden sogar die Llamas und Vicuñas vor Kälte zittern.

Das seitens der Gewerkschaften und anderer Gruppen für den Mai vorhergesagte "politische Erdbeben" mit dem Ende der Wirtschaftsform des "Neoliberalismus" blieb, Gott sei Dank, aus. Streiks, Straßenblockaden und Protestmärsche waren zwar an der Tagesordnung, doch gelang es der Regierung schließlich unter dem seit Oktober 2003 im Amte befindlichen Präsidenten Carlos Mesa, Herr der Lage zu werden und mit geduldigem Dialog die sozialen Spannungen abzubauen. Carlos Mesa erfreut sich einer hohen Popularität und ist in der Tat ein Segen fürs Land. Sein Vorgänger war ja Mitte Oktober 2003 bei bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit vielen Toten aus dem Amte gejagt worden. Die Letzten, die kürzlich einen mehrwöchigen Streik beendeten, waren die Lehrer. Sie widersetzten sich mit Erfolg den Privatisierungsplänen der Regierung im Erziehungswesen.

In Llica leiden wir weiterhin unter den Folgen des Warenschmuggels, meist in Form von Gebrauchtwagen. Diese "Wirtschaftsform" bringt eben auch viele zwielichtige Gestalten zu uns, die sich in einem Städtchen ohne Polizei natürlich Wohlfühlen. Seit November 2003 hat kein Polizist mehr Llica betreten, obwohl wir unrühmlicher Weise als "rote Zone" gelten. Die Drogenpolizei sowie der Zoll schlagen außerhalb Llicas zu. Bei der letzten Kontrolle an der Salar-Ausfahrt, 15 km entfernt von Llica, erlaubte ich mir, die vermummten Maschinenpistolenträger zu fragen, ob es ein Überfall oder eine Polizeikontrolle sei. Erfreulicherweise war es Letzteres. In diesem Zusammenhang ein weiteres Episödchen. Zusammen mit einigen meiner Fußballer war ich kürzlich zum Dauerlauf einige km 'gen Chile rausgefahren. Derweil die Jungs gerne die Sanddünen raufspurten, blieb ich als "älterer Herr" auf der Straße. Beim Rücktraben zum Auto befand ich mich auf einmal inmitten eines Haufens von Autoschmugglern, einige mit leichten Maschinenpistolen bewaffnet. Ich grüßte natürlich freundlich und stellte mich auch gleich als der hiesige Pfarrer vor - man denkt ja an seine "Gesundheit", worauf ich eine Tafel Schokolade geschenkt bekam und "weitertraben" durfte. Allerdings musste ich ihnen verraten, ob der Weg nach Llica frei von Zöllnern sei. Allgemein sind die Schmuggler also recht freundliche Leute.

Die ganzen Umstände sind natürlich nicht so geeignet für den Standort einer Ausbildungsstätte für Grundschullehrer mit ca 600 Studenten.

Wie dem auch sei, auch wir als Pfarrei lassen uns nicht unterkriegen und versuchen in einer von Gesetzlosigkeit und dem Recht des Stärkeren bedrohten Gesellschaft christliche Werte zu verteidigen. Die hauptsächlich von Jugendlichen gut besuchten Gottesdienste geben uns Recht und ermutigen auf diesem Wege.

Problemchen erwachsen mir eigentlich nur gelegentlich wegen meines Faibles zum Sport. Seit 7 Jahren nimmt die Pfarrei ja mit "Bayern Munich" am Sportturnier der Provinz teil. Davon habe ich in einem Beitrag in einer der Jubiläumszeitschriften des Kicker Sportmagazins, Faszination Fußball, berichtet. Beim Fußball ist es eben so, dass jeder gewinnen möchte. Bescheiden erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang, dass ich trotz meiner bald 50 Jährchen noch immer in der ersten Mannschaft als Torwart mitkicke. Jeder hat eben seine "Schlagseite".

Ich könnte Ihnen jetzt noch viel erzählen.

Verbleibt mir, Ihnen erholsame Urlaubstage zu wünschen, sei es zuhause, in der näheren Umgebung oder auch in der Ferne. Nach Bolivien werden wohl die Wenigsten reisen. Aber auch solche Wagemutige sind in Llica immer herzlich willkommen. Allerdings erbitte ich eine Anmeldung, damit ich gebührend empfangen kann.

Mit herzlichen Grüssen an Sie alle

 Euer Padre Dietmar

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Direcciones:

P. Dietmar Krämer, Casilla 194, Tupiza, Bolivien

Musik aus den Anden: SARIJAS Jumataki

Sie erhalten unsere CD Jumataki für 10.-- Euro bei der Web Redaktion. Der Erlös wird zugunsten unserer Gemeindearbeit verwendet. Es besteht die Möglichkeit die CD am Sonntag, den 20.06. beim Pfarrfest Herz Jesu Rammersweier (Deutschland) oder am Sonntag, den 04.07. beim Pfarrfest von Hl. Dreifaltigkeit in St. Benedikt (Deutschland) zum Preis von 7.50 Euro zu erwerben.

Weltkirche: www.padre-dietmar-kraemer.de/ und www.llica-bolivien.de/

Llica/Tahua gehören zur Diözese Potosí Bolivien

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