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Llica/Tahua - Prov. Daniel Campos - Potosí - Bolivia

Dietmar Krämer, Padre in Llica Bolivien Nachrichten von Padre Dietmar Krämer
in Llica Bolivien


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Bericht für den Kicker Ausgabe 100 Jahre FIFA

Mein Wohnort Llica, ca 1200 Einwohner hat er, ist Hauptstadt der Provinz Daniel Campos und liegt auf 3.750 m Höhe zwischen dem als Touristenziel immer bekannter werdenden Salar von Uyuni, dem größten Salzsee der Welt, sowie der Nachbarrepublik Chile.
In der Trockenzeit ist der Salar wohl die beste Autobahn Boliviens, ich durchquere die 130 km in Richtung Uyuni, wo ich meist einkaufe, in nicht mal einer Stunde. In der Regenzeit füllt er sich mit dem Wasser aus den umliegenden Bergen. In meinen Jahren hier hatte er es einmal bis an die 50 cm Wasser geschafft. Bei diesem Wasserstand fahren dann nur noch Lastwagen durch.
Es sind auch schon Menschen im Salar ums Leben gekommen. In der Regenzeit ist er oft Wolkenverhangen und die Sicht beträgt nur wenige Kilometer. Immer wieder bleiben Autos wegen des in den Motorraum eindringenden Salzwassers liegen. Und wer dann Hilfe herbeiholen will, muss oft kilometerweit durch das Salzwasser waten, und ist trotz Wolken einer starken UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt.

Die Menschen hier leben von etwas Ackerbau, darunter Quinoa-Anbau, was es in Deutschland in Drittweltläden zu kaufen gibt, sowie Viehzucht mit Schafen und Lamas. Wegen der unberechenbaren Witterung bringt das aber nicht viel ein. Ein Kälteeinbruch, ein Unwetter mit Hagelschlag kann von jetzt auf nachher die Arbeit von Wochen zunichte machen. Daneben spielen aber auch der bereits erwähnte Auto- und Waren-Schmuggel sowie der Drogenhandel in Form von "Kokainpaste" eine Rolle, wie in den meisten anderen Grenzstädten des Landes. Da Llica oft wochenlang ohne Polizei ist, beziehungsweise nur negativ "aufgefallene" Beamte zu uns strafversetzt werden, gedeihen solche kriminellen Geschäfte um so besser.
In den Andenländern Bolivien, Ecuador und Peru ist der Genuss von Kokablättern in Form von Tee oder auch dem "Akullikar" oder "Pijchar", also einem eingespeichelten mit Lejia, einer Art Asche versetzten Kokaballen in der Wange "ziehen" zu lassen, üblich und erlaubt. Campesinos, Busfahrer, Studenten, Lehrer bis hin zu Leuten aus der Mittel- bzw. höheren Schicht konsumieren Koka. Koka soll zu einer besseren Sauerstoffaufnahme im Blut führen und so gegen die Höhenkrankheit helfen. Auch die Gefäße, sagt man, weiten sich, was den Blutdruck reguliert und es soll die Verdauung fördern.
Ob das alles den Kriterien einer wissenschaftlichen Abhandlung entspricht, weiß ich nicht. In Form des Kokains, zu dessen Herstellung man aber Säcke von Kokablättern braucht, ist es natürlich eine Droge und auch in Bolivien verboten und strafbar. Die Regierung kontrolliert den Kokaanbau, um Überschüsse zu vermeiden, die zur Drogenherstellung verwendet werden können.
Leben erfährt unsere entlegene Grenzregion auch durch die Ansiedlung einer Ausbildungsstätte für Grundschullehrer, dem Instituto Normal Superior, "Franz Tamayo". Diese nach einem hiesigen Pädagogen benannte Fachhochschule bringt an die 600 Studenten nach Llica, die dort unter einfachen Bedingungen studieren und leben müssen. Trinkwasser gibt es nur stundenweise und auch der städtische Lichtmotor rattert nur von 19 bis 24 Uhr mit einer Spannung zwischen 140 bis 160 Volt. Die Studenten wohnen meist in einfachen Häusern aus Lehmbacksteinen mit einem Strohdach. Klo und Heizung sind in den meisten Behausungen unbekannt. Trotz einer gewissen "Lehrerschwemme" haben diese Schulen in ganz Bolivien aber immer noch regen Zulauf, da der Lehrerberuf eben ein gesichertes, wenn auch geringes Einkommen garantiert. Einige der Studenten bringen sogar einen Universitätsabschluss mit, haben damit aber keine Arbeit gefunden. Und bevor sie Jahre in den großen Städten des Landes Taxi fahren, satteln sie lieber nochmals um. Einer der 700 Postulanten, die sich in diesen Wochen um die 105 Studienplätze des Sommersemesters 2004 bewerben, ist der Ex-Subpräfekt der Provinz. Bis zum Sturz der Regierung Gonzalo Sánchez de Lozada, Mitte Oktober 2003, war er noch der erste Mann bei uns, danach stand er auf der Straße.


 Euer Padre Dietmar

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